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Veröffentlicht am 01.01.2017 von Johannes R. Buch

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Stonebwoy

Er gehört zu den bekanntesten Reggae- und Dancehall-Sänger Ghanas. Seine Songs zwischen Roots, R&B und Dancehall kommen auch über die Grenzen Westafrikas hinaus gut an. 2015 gewann er einen Award des US-Senders BET in der Kategorie „Best International Act Afrika“ und tourte erstmals durch Europa.

Livingstone Etse Satekla

In seinem Heimatland Ghana können seine Fans die Texte Stonebwoys bereits auswendig. Einem Land, in dem 80 % der Bevölkerung angab, das Land verlassen zu wollen, falls sich ihnen eine Chance bieten würde. Grund dafür ist die soziale Ungleichheit, welche der Sänger auch oft in seinen Songs thematisiert. Er nutzt dabei den Sound der Diaspora in der Karibik, um über das Leben in Ghana zu singen. 1988 kommt Livingstone Etse Satekla in Ashaiman, nahe der Hauptstadt Accra zur Welt. Schon als Kind begeistert sich Satekla für Musik, lauscht auch den lokalen Reggae-Künstlern wie Rocky Dawuni oder Black Prophet. Den Reggae-typischen Offbeat und Patois zieht er schon bald den heimischen Highlife-Legenden vor.

Seine Eltern wollen nicht, dass ihr Junge Rapper wird. Satekla beschließt zu singen und hofft, dass ihn sein Bob Marley hörender Vater nicht gleich rausschmeißt. Schon bald folgt ein Freestyle-Battle mit Ghanas HipHop-Star Sarkodie, welches im lokalen Radio übertragen wird. Der Radiomoderator gibt Satekla prompt den Namen Stonebwoy und er beschließt diesen beizubehalten. 2007 veröffentlicht Stonebwoy seine ersten Songs, studiert danach Marketing in der Hauptstadt Accra. Stonebwoy will sich weiterbilden, auch wenn er die wichtigsten Dinge offensichtlich bereits drauf hat.

Musikkarriere

Rapper Samini fördert Stonebwoy und schon bald veröffentlicht dieser sein erstes Album auf dem Label Saminis namens „Grade 1 Album“. Doch mittlerweile trennten sich die Wege der beiden Künstler. Sein zweites Album „Necessary Evil“ erscheint 2014 auf dem Burniton-Label. Seitdem wächst die Fanbase Stonebwoys rasant. „Bhim!“ wird zu seinem Trademark – Ruf und steht für „Bless His Imperial Majesty“ oder auch „Believe His Imperial Majesty“. Der bekennende Christ versucht einen konfessionsübergreifenden Spagat. Er glaubt an eine höhere Macht, ob sie nun in der Bibel steht oder im Koran, sei eher nebensächlich, so Stonebwoy. In dem Song „Dumsor“ greift er die Probleme seiner Landsleute mit der örtlichen Stromversorgung auf.

Stonebwoy selbst lebt immer noch in seiner Heimatstadt, die er gerne mit Kingston vergleicht. Seit zwei Jahren knüpft er zunehmend Kontakte in der internationalen Dancehall-Szene. Die Verbindung zu der legendären Band Morgan Heritage ist dem Rapper persönlich besonders wichtig. Es folgen vier gemeinsame Konzerte in Europa. Die Zukunft seines Genres sieht der Sänger ganz klar in einer zunehmenden Kollaboration der karibischen Inseln und Afrika. Beide Völkergruppen verbindet der kulturelle Hintergrund, aber auch die Migration und Sklaverei. Es findet zusammen, was zusamengehört, so Stonebwoy.

photocredit: By Lukuiddi (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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