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Veröffentlicht am 03.05.2016 von Johannes R. Buch

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Runkus – „Move In“ EP

Er ist gerade mal 22. Doch er gibt an sich wie 201 zu fühlen. Das rührt daher, dass sich Romario Sebastian Anthony Bennett zutiefst mit der Geschichte verbunden fühlt. Der Reggae-Artist begeistert sich für die alten Ägypter und das römische Reich. Vor kurzem erschien seine erste EP.

Runkus schreibt keine Songs. Er erzählt bei seinen Auftritten ganze Geschichten, verpackt in dramaturgischen Inszenierungen mit choreographischen Konzepten. Bei Titeln wie „One Good Spliff“ wird ebenso einer gebaut. Auch ohne seine Background-Sänger strahlt Runkus eine immense Bühnenpräsenz aus. Der Künstler begeistert sich für Menschen, Kulturen und Geschichte.

Kindheit und Jugend in Jamaica

Aufgewachsen ist der Künstler in Portmore, Jamaika und sammelt als Kind Schallplatten, alte Münzen und ausländisches Geld. Wenn er durch die Stadt will, lässt er sein Handy auch gerne zuhause, da er sich nicht „in der modernen Generation gefangen“ fühlen möchte. Außerdem fasziniert ihn die Renaissance. Dabei ist der Geschichtsunterricht zu Schulzeiten nicht unbedingt sein Lieblingsfach. Runkus missfällt das Auswendiglernen bloßer Daten. Überhaupt war Schule nicht sein Ding. Oft schwänzte er heimlich den Unterricht und schaute in der Zeit Fernsehen.

Doch seine Wissbegierde hat ihn mittlerweile weit gebracht. Später besucht er das renommierte Kingstoner Campion College, die Highschool für Begabte. Dort fängt er an zu musizieren. Anfangs noch in weiten Hosen rappt er über Waffen und Frauen im Stil von Lil Wayne. Schon seit seinem fünften Lebensjahr trägt Runkus Dreadlocks. Die spirituelle Lebensweise übernimmt er mit 15. Seine Lehrerin beeindruckte ihn einmal sehr, als sie ihm erklärte, dass ein Rasta (Runkus war der erste mit Dreadlocks an seiner Schule) sich nach gewissen Maßstäben verhalten muss, als ihm mal wieder das Hemd schlampig aus der Hose hing. Der Flow und die Melodien blieben gleich, doch die Inhalte seiner Musik haben sich seitdem geändert.

„Move In“ EP

Über dem deutschen Label Oneness kam jetzt seine EP „Move In“ heraus. Der darauf befindliche Titel „Kindtone“ handelt davon, Gegner mit Güte, statt mit Waffen zu besiegen, „Skintone“ propagiert Akzeptanz und Liebe zum eigenen gottgeschaffenen Körper. Seine verschachtelten Lyrics, die mal gesungen und mal gerappt werden haben es in sich. Diese entwickelt er oft über Monate hinweg und spickt sie mit Wortspielen. Durch kleine Pausen oder eine andere Betonung ergeben sich in seinen Texten immer wieder neue Bedeutungen. Auch musikalisch bedient der Künstler gleich mehrere „Schubladen“.

Mit der Gitarre mutet er an wie ein Singer/Songwriter, performt Reggae, Soul und Ska, flowt aber auch auf HipHop-Beats oder lässt sich von einer Blues-Gitarre begleiten. Würde man ihn auf einen Stil beschränken, würde er wahrscheinlich wieder Reiß aus nehmen, wie damals in der Schule, so Runkus. „Für mich muss erst noch ein Genre erfunden werden“ sagt der Künstler selbstbewusst über sich.

photocredit: https://www.facebook.com/642874649064041/photos/pb.642874649064041.-2207520000.1462261340./1320109618007204/?type=3&theater

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